Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) sind zwei wichtige Cannabinoide, die in der Cannabispflanze vorkommen. Beide haben zwar bedeutende medizinische Eigenschaften, unterscheiden sich aber stark in ihren Wirkungen und ihrem rechtlichen Status.
Da sich die Landschaft der Cannabis-basierten Behandlungen weiterentwickelt, ist es nützlich, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie ihre potenziellen therapeutischen Anwendungen zu verstehen.
Chemische Struktur und Wirkungen
Sowohl CBD als auch THC haben die gleiche Molekülstruktur: 21 Kohlenstoffatome, 30 Wasserstoffatome und 2 Sauerstoffatome. Die Anordnung dieser Atome ist jedoch unterschiedlich, was ihre unterschiedlichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper erklärt. THC ist der primäre psychoaktive Bestandteil von Cannabis, der für das „High“-Gefühl verantwortlich ist. Es bindet an die Cannabinoid-1-Rezeptoren (CB1) im Gehirn und erzeugt psychoaktive Effekte.
Der rechtliche Status von CBD und THC ist in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich. In den Vereinigten Staaten ist THC auf Bundesebene als illegal eingestuft. Viele Staaten haben jedoch medizinisches und Freizeit-Marihuana legalisiert.
CBD hingegen ist nicht psychoaktiv. Es bindet nicht stark an CB1-Rezeptoren. Stattdessen interagiert es stärker mit CB2-Rezeptoren, die häufiger im Immunsystem vorkommen. Daher erzeugt CBD kein High und wird oft wegen seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften verwendet.
CBD, das aus Hanf gewonnen wird (Cannabis mit weniger als 0,3 % THC), wurde 2018 auf Bundesebene legalisiert, wodurch CBD im ganzen Land weithin verfügbar ist. Die Gesetze der einzelnen Bundesstaaten sind jedoch unterschiedlich, und einige Staaten und europäische Länder haben strengere Vorschriften für CBD-Produkte.
Wie wirken CBD und THC zusammen
CBD und THC können synergistisch wirken, ein Phänomen, das als Entourage-Effekt bekannt ist. Bei gemeinsamer Anwendung kann CBD die psychoaktiven Wirkungen von THC verringern und Angstzustände und andere potenzielle Nebenwirkungen wie Paranoia reduzieren. Diese Synergie kann das therapeutische Potenzial von Cannabis erhöhen und Patienten ausgewogenere und wirksamere Behandlungsoptionen bieten.
Medizinische Anwendungen
THC wird hauptsächlich wegen seiner analgetischen (schmerzlindernden) Eigenschaften eingesetzt. Es ist wirksam bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, insbesondere von Schmerzen im Zusammenhang mit Nervenschäden und Krebs. THC wird auch zur Appetitanregung bei Patienten mit Erkrankungen wie HIV/AIDS und bei Patienten eingesetzt, die sich einer Chemotherapie unterziehen, die zu schwerer Übelkeit und Appetitlosigkeit führen kann. Darüber hinaus hat THC Potenzial bei der Behandlung von Erkrankungen wie Glaukom und Multipler Sklerose gezeigt, indem es den Augeninnendruck bzw. Muskelkrämpfe reduziert.
CBD wird für sein breites therapeutisches Profil gelobt. Es wird verwendet, um die Anzahl und Intensität von epileptischen Anfällen zu reduzieren, wobei die FDA das CBD-basierte Medikament Epidiolex für bestimmte Arten von Epilepsie zugelassen hat. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von CBD machen es nützlich bei der Behandlung von Erkrankungen wie Arthritis und entzündlichen Darmerkrankungen. Es wird auch bei Angstzuständen und Depressionen eingesetzt, wobei Studien darauf hindeuten, dass CBD mit Serotoninrezeptoren im Gehirn interagieren und so ein Gefühl des Wohlbefindens fördern kann. Darüber hinaus wird CBD auf sein Potenzial bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson untersucht.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Sowohl CBD als auch THC gelten im Allgemeinen als sicher, können aber Nebenwirkungen verursachen. Zu den Nebenwirkungen von THC gehören veränderte Sinneswahrnehmung, Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit und in einigen Fällen Angstzustände oder Paranoia. Langfristiger Gebrauch kann zu Sucht und kognitiven Beeinträchtigungen führen, insbesondere bei Jugendlichen.
Die Nebenwirkungen von CBD sind in der Regel mild und können Durchfall, Veränderungen des Appetits und Müdigkeit umfassen. Es kann auch mit bestimmten Medikamenten interagieren, daher ist es wichtig, vor Beginn einer CBD-Behandlung einen Arzt zu konsultieren.
Wissenschaftliche Studien
Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben die Wirkungen und potenziellen Vorteile von CBD und THC untersucht. So hob beispielsweise ein 2018 in Frontiers in Neurology veröffentlichter Übersichtsartikel die entzündungshemmenden, antioxidativen und neuroprotektiven Eigenschaften von CBD hervor und deutete auf sein Potenzial bei der Behandlung verschiedener neurologischer Erkrankungen hin. Eine weitere Studie, die 2020 im The Journal of Pain veröffentlicht wurde, zeigte die Wirksamkeit von THC bei der Reduzierung chronischer Schmerzen und lieferte damit einen starken Beweis für seine Verwendung als Analgetikum.
Vielversprechende therapeutische Vorteile
CBD und THC werden zwar beide aus Cannabis gewonnen, bieten aber unterschiedliche therapeutische Vorteile und besitzen einzigartige Eigenschaften. THC ist bekannt für seine schmerzlindernden und appetitanregenden Wirkungen, während CBD für seine entzündungshemmenden, angstlösenden und neuroprotektiven Eigenschaften geschätzt wird. Zusammen können sie durch den Synergieeffekt einen umfassenderen Behandlungsansatz bieten.
Da sich die Forschung ständig weiterentwickelt und sich die Gesetzgebung ändert, wird das Potenzial dieser Cannabinoide zur Verbesserung der Gesundheitsergebnisse immer vielversprechender.
Quelle: https://doi.org/10.1073/pnas.95.14.826810.1073/pnas.95.14.8268




